offener Brief zweiter Lockdown

November 2020
Liebe Mitgliederinnen und Mitglieder des SV Neukirchen 21 e.V.
Liebe Sportlerinnen und Sportler,

seit einigen Tagen ruht nun das öffentliche Leben weitgehend zum zweiten Mal und ob es zu Beginn der Adventszeit anders wird ist noch völlig offen. Noch steigen die Zahlen der Neuinfektionen täglich. Viele von uns haben wohl im März gedacht oder gehofft, dass die Pandemie wie eine Schlechtwetterfront über uns hinwegziehen würde und wir längst wieder zu unserer gewohnten Normalität zurückgekehrt wären. Ich gehörte wohl dazu.

Spätestens mit der zweiten Infektionswelle und dem deutlich gestiegenen Wissen über das Virus und den Krankheitsverlauf wird uns klar, dass wir lernen müssen, mit dem Virus zu leben und ein Impfstoff nicht die alleinige Lösung der Herausforderung sein wird. Jeder von uns muss seinen Weg der Bewältigung und des Umgangs mit den Ängsten, Einschränkungen und Chancen finden. Keiner von uns kann dabei auf vergleichbare Erfahrungen oder gar Lösungen zurückgreifen. Wohl denen, die in dieser schwierigen Phase gut sozial eingebunden sind und ein Zuhause mit Platz, Geborgenheit und vielleicht Garten oder Balkon zurückgreifen können.

Fatal, dass ausgerechnet die sozialen Einschränkungen und Kontaktverbote zu den bislang wenigen erwiesenen Strategien der Vorbeugung und Einschränkung gehören. Dass das Sporttreiben mit seinen psychisch entlastenden Funktionen und psychosozialen Aspekten ebenfalls – vor allem in Gruppenform – nicht möglich ist, macht den Umgang mit der Pandemie zur echten Herausforderung und die dunkle Jahreszeit kommt noch hinzu.

Karnevalsveranstaltungen zum Beginn der Session oder Oktoberfeste oft belächelt, Weihnachtsfeiern in Betrieben und Vereinen oft gemieden oder spöttisch kommentiert, sowie Weihnachtsmärkte mit allem Kitsch und Kommerz bekommen auf einmal eine neue Bedeutung und werden sehnsuchtsvoll vermisst, als gäbe es sie schon seit Jahren nicht mehr. Alltäglichkeiten und Selbstverständlichkeiten wie Kinobesuch oder Essen gehen bekommen einen neuen Stellenwert.

Neben den Sorgen, die wir uns als Vorstand schon über die Weiterentwicklung des Vereins machen, bewegen uns vor allem die Gedanken, wie wir in diesen Wochen den sozialen Faktor eines Sportvereins leben und ausdrücken können. Wie bleiben wir im Kontakt, erfahren voneinander, teilen Sorgen und Hoffnungen oder helfen einfach?

So soll dieser offene Brief ein Versuch sein, Zuversicht zu vermitteln, Nähe zu signalisieren, euch auszudrücken, dass wir an euch denken und euch versichern, dass wir als Vorstand in die Zukunft schauen und die Pandemie keinen Stillstand für die Entwicklung des Vereins bedeutet. Wir bleiben optimistisch und sind sicher, dass wir mit der Tugend der Solidarität, die uns als Sportler kennzeichnet, diese Herausforderung gut meistern werden.

Alle können dabei helfen: in dem ihr in Kontakt bleibt, miteinander sprecht, telefoniert, schreibt, skyped oder in gebührendem Abstand euch begegnet. Bewegt euch weiterhin viel, geht an die frische Luft und bleibt uns als Mitglieder, Übungsleiter, Funktionäre und Verantwortliche treu.

Wir als Vorstand bemühen uns trotz Corona und Hygieneschutzverordnungen die Vereinsreform umzusetzen. Wir werden unsere Ziele für das Jubiläumsjahr und die nächsten Jahre nicht aus den Augen verlieren und unsere angestrebten Investitionen umsetzen. Nicht alles wird so machbar sein, wie wir das schon vor einem Jahr geplant hatten. Wir werden kleiner denken, bescheidener planen und entscheiden, aber das ist sicher nicht das schlechteste. Gedanken, unsere Sportangebote um weitere Freiluftangebote zu erweitern und unsere Sportanlage nicht nur für die Tennisfreunde zu nutzen, bekommen einen erweiterten Sinn und Wert. Wir als Vorstand sind bereit, neue Gedanken und Ideen aufzunehmen und nach entsprechenden Ressourcen zu schauen, um diese umzusetzen. Letztlich brauchen wir aber euch alle, um die Ideen mit Leben zu füllen.

Wir hoffen, dass wir mit diesen Worten und Gedanken euch erreichen und ein wenig Verbundenheit ausdrücken können. Es bleibt die Zuversicht, dass wir gemeinsam mit euch diese Herausforderung erfolgreich gestalten, wieder Sport treiben werden, gemeinsam feiern und schwitzen. Sicher sind wir als Verein nur ein Puzzlestein im Bereich sozialer Kontakte, aber das ist nicht zu unterschätzen.

Mit allerbesten Grüßen und Wünschen, bleibt gesund

Euer Jürgen Förderer für den Vorstand des SV Neukirchen 21 e.V.