Alles ist anders – Wer hätte das gedacht?

Ein Beitrag unseres Abteilungsleiters Jürgen Förderer

Liebe Tennisfreunde, liebe Mitglieder der Tennisabteilung,
eigentlich sitze ich in diesen Tagen an der Vorbereitung des Berichtes des Vorstandes für die Jahreshauptversammlung der Tennisabteilung. Und nun, angesichts der Corona Krise, hat sich alles verschoben. Was ist in dieser Situation wichtig und was nicht?

Bund, Land und Kommune haben nach eingehenden und ständigen Beratungen mit Experten und dem Robert Koch Institut Maßnahmen ergriffen, die das öffentliche Leben fast zum Erliegen bringen. Geschäfte geschlossen, Spielplätze und Sportstätten geschlossen, Gottesdienste, Beerdigungen und andere Amtshandlungen stark eingeschränkt. Hätte sich das jemand von uns vor einem Jahr vorstellen können? Wohl kaum!

Und nun schauen wir auf das, was vor Monaten noch viel Zeit und Arbeit gekostet hat. Wir blicken auf all die Planungen um die neue Saison, auf Vereinsreform, Modernisierung und Anschaffungen. Zukunftsmusik in Form der grundlegenden Sanierung eines Teils unserer Anlage. Alles umsonst?

Nein, ich denke nicht. All die Überlegungen, Diskussionen ja manchmal auch konstruktive Streitgespräche und die daraus resultierenden Kompromisse bleiben im Ergebnis richtig. Allerdings bekommen sie eine andere Gewichtung, relativieren sich in ihrer Bedeutung. Mit Hochdruck haben wir – den Saisonstart vor Augen – noch vor kurzem die Beseitigung der Sturmschäden vorangetrieben. Die Veränderung der Theke und die schöne neue Falttüranlage wurden anerkennend kommentiert und über die neue zusätzliche Eingangstür wurde trefflich diskutiert. Auch die Vorbereitungen auf die 100-Jahrfeierlichkeiten des Gesamtvereins wurden gestartet und entsprechende Arbeitskreise wurden gegründet.

Es gilt auch jetzt den Blick nach vorn zu richten, Resignation nicht aufkommen zu lassen, sondern unsere Gedanken auf unseren Sport „in der Zeit danach“ auszurichten. Wir mussten zwar alle Veranstaltungen wie die Jahreshauptversammlung, Saisoneröffnung und andere geplante Feiern absagen. Auch das Einstreuen der Plätze verzögert sich, aber wir bleiben auch hier optimistisch. Ich verspreche, wir werden diese Arbeiten unter Berücksichtigung der Gesundheit und des Schutzes aller Beteiligten weiter voranbringen.

Jetzt geht es aber zunächst um Wichtigeres. Die Gesundheit und das Wohl vieler Menschen ist gefährdet. Manche Existenz und die jahrelange Arbeit unserer Mitmenschen stehen auf dem Spiel.

Wir sollten uns jetzt auf die gestellten Herausforderungen konzentrieren und auf unsere Nächsten achten. Wer Zeit hat und fit ist, sollte sich um andere gefährdete Mitmenschen und auch Vereinsmitglieder kümmern. Mal einen Anruf oder eine Nachfrage per WhatsApp starten. Vielleicht einmal einen Einkauf übernehmen oder ein freundliches Wort an unsere Dienstleister richten. Jetzt zeigt sich, ob Sportler eine soziale Gemeinschaft sind und sich kümmern. Nicht der Satzgewinn oder das Match sind wichtig. Nicht das Aufregen über einen Netzroller oder den Gegner. Es geht jetzt um mehr und wirklich Wichtiges!

Vielleicht hilft uns diese Krise ein anderes Bewusstsein zu bekommen. Etwas mehr Respekt vor der Natur, den anderen achten, seine Unterschiedlichkeit als Gewinn ansehen. Vielleicht rücken wir ein wenig enger zusammen, uneitel, bescheidener aber sicher nicht unglücklicher. Keiner kann sagen, wie lange wir diese Einschränkungen benötigen. Aber es werden wieder andere Zeiten kommen, in denen wir hoffentlich genießen, dass wir draußen Sport treiben und zusammen sein können.

Ich danke allen unseren Mitgliedern, die sich in dieser Zeit sozial engagieren und ich drücke allen Selbständigen die Daumen, dass sie ihre Existenz sichern können.

Ich grüße euch alle im Namen des Abteilungsvorstandes und des Gesamtvereins. Achtet auf euch und bleibt gesund. Wir werden sicher ein schönes Fest feiern und ausgiebig nachholen, worauf wir für eine hoffentlich nicht zu lange Zeit verzichten mussten. Dazu gehört ausdrücklich die Ehrung unserer Jubilare und verdienten Mitglieder

Euer Joschi Förderer